Südtirol im Herbst: Wandern, Hofleben und der beste Frühstückskorb den du je hattest
Südtirol im Herbst: der Spitalerhof Vöran – auf einen Blick
Lage: Vöran (Vöran/Verano), sonniges Hochplateau zwischen Meran und Bozen, Südtirol
Höhe: ca. 1.000 m ü. M.
Unterkunft: 3 Ferienwohnungen für 2–6 Personen · je 2 Schlafzimmer, Wohn-Essbereich, Badezimmer
Besonderheit: Bio- und Selbstversorgerhof · hofeigenes Gemüse, Kräuter, Eier · Hofladen mit selbst hergestellten Produkten (Aufstriche, Sirup, Trockenfrüchte, Teemischungen) · täglicher Frühstückskorb vor der Tür
Tiere auf dem Hof: Jungrinder, Schafe, Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen, Hofhund, Katzen – und Fritzi, das Schwein
Mitmachen: Ernte mithelfen, Eier einsammeln, Tiere versorgen – Hofleben zum Anfassen
Buchung: über Roter Hahn · Mindestaufenthalt in der Regel 1 Woche
Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst · Südtirol im Herbst ist besonders empfehlenswert (Ernte, Kastanien, weniger Betrieb)
Anreise: Mit dem Auto von München ca. 3 Std. · von Hamburg ca. 9 Std. · nächste größere Stadt: Meran (ca. 15 Min.)
Wandertipps direkt ab Hof: Knottnkino am Rotsteinkogel (1,5 Std.) · Haflinger Erlebnisweg · Kirche St. Kathrein
Geeignet für: Familien, Paare, Naturliebhaber, alle die wirklich abschalten wollen
Tipp: Unter der Woche buchen – weniger Betrieb, mehr Hofatmosphäre
Mein Urlaub in Vöran ist bereits Jahre her. Und trotzdem könnte ich dir noch heute haargenau beschreiben, wie der Morgen in Südtirol im Herbst auf dem Spitalerhof riecht. Frisches Holz, Bergluft, gackernde Hühner. Und Kaffee — getrunken auf einem Balkon mit einem Panorama, das zu schön ist um wahr zu sein.
Es war — trotz Corona — einer der entschleunigsten Urlaube, die ich je gemacht habe. Nicht nur wegen Südtirol, in dessen Bergwelt ich mich schon beim ersten Besuch sofort verliebt hatte. Sondern vor allem wegen Verena, Erhard und dem kleinen Selbstversorger-Paradies, das sie in Vöran geschaffen haben.
Der Spitalerhof in Vöran: nachhaltig, regional, unaufgeregt schön
Der Spitalerhof ist ein idyllisch gelegener Bio- und Selbstversorgerhof inmitten von Wiesen und Wäldern, der gut erreichbar auf einem sonnigen Hochplateau zwischen Meran und Bozen liegt. Familie Laner hat hier drei Ferienwohnungen eingerichtet, die genau das richtige Gleichgewicht zwischen Gemütlichkeit und Moderne treffen. Zwei Schlafzimmer, ein großer Wohn-Essbereich und ein geräumiges Badezimmer nenne ich ab jetzt für eine Woche mein Zuhause.
Was diesen Ort aber wirklich besonders macht, ist das Konzept dahinter: ressourcenschonendes Wohnen und Kochen mit hofeigenen und regionalen Produkten. Verena baut auf dem Hof eigenes Gemüse, Kräuter und Obst an – und wer möchte darf auch gern mit anpacken. Kartoffeln ernten Möhren aus der Erde ziehen, Esskastanien schütteln. Das klingt nach Arbeit, ist aber der beste Teil des Urlaubs. Die Ernte verarbeitet Verena eigenhändig zu Aufstrichen, Trockenfrüchten, eingelegtem Gemüse, Sirupen und Teemischungen — alles vor Ort im kleinen Hofladen erhältlich. Gemüse, Kräuter, Eier: wer selbst kochen möchte, findet hier auf dem Hof alles was er braucht.
Und dann ist da noch der liebevoll zubereitete Frühstückskorb. Jeden Morgen steht er vor der Tür. Mit frischen Brötchen, Eiern, Käse, Aufschnitt, frischem Obst und täglich einer anderen süßen Überraschung. Definitiv eines der Highlights meines Urlaubs und ich überlege fieberhaft wie ich es anstellen könnte, dass mir Verena so einen Korb auch zu Hause jeden Tag vor die Tür stellt 🙂 .
Ankommen. Durchatmen. Tiere begrüßen.
Die Mischung aus österreichischer Gemütlichkeit und italienischem Flair macht Südtirol zu etwas ganz Besonderem. Und genau diese Atmosphäre nimmt uns auch in diesem Jahr bei unserer Ankunft in Vöran sofort wieder gefangen. Als wir am Spitalerhof aus dem Auto steigen, begrüßen uns Verena, Erhard und die drei Kinder Mia, Lucy und Juri sehr herzlich. Und wir spüren gleich: hier sind wir willkommen. Nach dem Auspacken zeigt uns Verena den Hof. Neben den Jungrindern und Schafen auf der Weide tummeln sich noch zahlreiche Hühner, zwei Katzen, zwei Kaninchen, zwei Meerschweinchen und der Hofhund auf dem Gelände. Ach ja, und Fritzi, das Schwein, das sich als heimlicher Star des Hofes herausstellt.
Die Kaninchen dürfen wir zwar nicht aus dem Stall nehmen, dafür genießen die Meerschweinchen während unserer Hofwoche zahlreiche Streicheleinheiten auf dem Arm.
Und auch sonst gibt es jede Menge zu entdecken. Innerhalb kürzester Zeit haben sich meine Kinder mit den in etwa gleichaltrigen Kindern der Familie Laner angefreundet und stromern in den kommenden Tagen zusammen über den Hof. Sie naschen Himbeeren und Pflaumen vom Strauch, helfen bei der Kartoffel- und Möhrenernte auf dem Acker, dürfen das Schwein füttern, jeden Morgen die Eier in der Hühnerlodge einsammeln, hüpfen stundenlang auf dem Trampolin und schütteln Esskastanien vom Baum.
Am einzigen Regentag räumt die Familie sogar extra die zahlreichen Kürbisse aus der Scheune, damit die Kinder im Heu toben können.
Und ich? Genieße einfach. Die Aussicht. Die Ruhe. Ein Buch zu lesen. Oder einfach Löcher in den strahlend blauen Himmel zu gucken.
Wandern mit Aussicht: die schönsten Touren rund um Vöran
Aber irgendwann muss man ja auch mal raus aus dem Idyll. Der Berg ruft. Und schließlich wollen wir auch ein bisschen was von der Umgebung sehen.
Verena weiß genau, welche Wanderungen sich wirklich lohnen — und welche man sich sparen kann. Ihr Tipp Nummer eins: das Knottnkino am Rotsteinkogel.
Vom Spitalerhof aus braucht man etwa 1,5 Stunden bis zur Aussichtsplattform auf 1.465 Metern. „Knottnkino“ bedeutet übrigens übersetzt so viel wie „Felsenkino“. Oben warten 40 robuste Sessel — ein Kinosaal auf dem Berg. Der Film (und Lohn für den hin und wieder recht steilen Anstieg) ist das Panorama auf das Etschtal, die Texelgruppe und den Penegal bis zum Weißhorn. Um das zu beschreiben braucht es nur ein Wort: ATEMBERAUBEND! Selbst wer sonst kein Wandermensch ist, versteht hier warum Menschen in die Berge fahren.
Auch die Wanderung auf dem Haflinger Erlebnisweg ist uns in nachhaltiger Erinnerung geblieben. Das Örtchen Hafling liegt unweit von Vöran und ist Ursprungsort der berühmten Haflinger Pferde. Die Gemeinde hat dort einen 2 km langen Erlebnisweg mit 12 tollen Stationen rund um die Haflinger Pferde angelegt.
Klettern und Balancieren, Pferde-Memory, eine Fühlstation und viele weitere Aufgaben vermitteln Wissenswertes rund um die berühmten Haflinger Pferde und machen dazu noch richtig Spaß. Die Wanderung endet am Hotel Sulfner, dem auch ein Pferdestall angeschlossen ist. Wer mag darf dort Ponyreiten und kann den Erlebnisweg somit stilecht auf einem Haflinger beenden.
Alle anderen sollten sich indes den Weg zur Kirche St. Kathrein nicht entgehen lassen. Mir hat es beim Anblick dieses Panoramas glatt die Sprache verschlagen.
Wer es ruhiger mag, dem empfehle ich den Besinnungsweg – direkt ab Hof, oberhalb durch den Wald. Begleitet wird man dabei von einem Kuhglockenkonzert. Der Weg endet beim idyllischen Kirchlein von Aschl und hat dabei verschiedene wunderschöne Stationen.
Zum Sonnenuntergang lohnt sich der kurze Weg zum Beimsteinkogel – von den Einheimischen liebevoll Steinknott genannt. Er liegt oberhalb des Dorfkerns von Vöran und ist Teil des Knottnkino-Gebiets.
Und dann wäre da noch der Zmailer Hof – bekannt für die wohl besten Brennnesselknödel Südtirols, serviert mit atemberaubenden Panorama. Der Anstieg ist steil und nichts für schwache Knie – aber für diese Knödel jeden Schritt wert.
Der Abschied fällt schwer
Viel zu schnell geht die Hofwoche auf dem Spitalerhof zu Ende. Am letzten Abend laden Verena und Erhard zum Stockbrotbacken und Kastanienrösten am Lagerfeuer ein. Der Sonnenuntergang taucht die Berge in dieses typische warme Licht, dass es nur hier gibt. Das Feuer knistert, und ich denke: eigentlich könnten wir auch einfach hierbleiben.
Den Ausblick vom Balkon mit der ersten dampfend heißen Tasse Kaffee am Morgen werde ich vermissen. Allein dafür lohnt sich der lange Weg aus Norddeutschland hierher.
Besonders ins Herz geschlossen aber haben wir unsere Gastgeber Verena, Erhard und die Kinder! Mit viel Mühe, einem stets offenen Lachen und großer Hilfsbereitschaft machen sie den Spitalerhof zu dem besonderen kleinen Paradies der er ist. Als Fremde sind wir angereist- aber am Ende des Urlaubs hat es sich angefühlt als wären wir bei lieben Freunden zu Gast gewesen.
FAQ: Urlaub auf dem Spitalerhof in Vöran – häufige Fragen
Was ist der Spitalerhof in Vöran?
Der Spitalerhof ist ein Bio- und Selbstversorgerhof auf einem sonnigen Hochplateau zwischen Meran und Bozen in Südtirol. Familie Laner vermietet drei Ferienwohnungen und bietet Gästen die Möglichkeit, den bäuerlichen Alltag hautnah mitzuerleben – vom Eiereinsammeln bis zur Ernte im Gemüsegarten.
Wie bucht man den Spitalerhof?
Der Spitalerhof ist über die Plattform Roter Hahn buchbar – dem Südtiroler Qualitätsverband für Urlaub auf dem Bauernhof. Der Mindestaufenthalt beträgt in der Regel eine Woche.
Für wen eignet sich ein Urlaub auf dem Spitalerhof?
Der Hof eignet sich besonders für Familien, Paare und alle, die wirklich abschalten und dem Alltag entfliehen möchten. Wer Tiere mag, gerne in der Natur ist und Wert auf regionale, nachhaltige Küche legt, ist hier genau richtig. Auch für Wanderbegeisterte ist die Lage ideal.
Was ist im Aufenthalt inklusive?
Die Ferienwohnungen sind vollständig ausgestattet zum Selbstversorgen. Gegen Aufpreis gibt es täglich einen frisch zusammengestellten Frühstückskorb vor die Tür – mit Brötchen, Eiern, Käse, Aufschnitt, frischem Obst und einer täglichen süßen Überraschung. Hofeigene Produkte wie Gemüse, Kräuter und Eier können direkt beim Hof gekauft werden.
Welche Wanderungen gibt es rund um Vöran?
Direkt ab Hof empfiehlt sich das Knottnkino am Rotsteinkogel – eine ca. 1,5-stündige Wanderung zur spektakulären Aussichtsplattform auf 1.465 Metern mit Blick auf Etschtal, Texelgruppe und Penegal. Ebenfalls lohnenswert: der Haflinger Erlebnisweg in Hafling (2 km, 12 Stationen rund um die berühmten Haflinger Pferde) und die Kirche St. Kathrein mit einem der schönsten Panoramen der Region.
Wann ist die beste Reisezeit für Vöran und den Spitalerhof?
Der Hof ist von Frühling bis Herbst geöffnet. Der Südtirol im Herbst ist besonders empfehlenswert: Die Ernte ist in vollem Gange, Kastanien werden geschüttelt, das Licht in den Bergen ist unvergleichlich – und der Betrieb deutlich ruhiger als im Hochsommer.
Wie weit ist Vöran von Meran und Bozen entfernt?
Vöran liegt auf einem Hochplateau zwischen beiden Städten – Meran ist in etwa 15 Minuten erreichbar, Bozen in ca. 30 Minuten. Beide Städte lohnen einen Tagesausflug.
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