
Oh Berchtesgaden : 10 Gründe für einen Familienurlaub in Deutschlands schönster Region!
Ihr wisst, ich liebe meine Heimat. Hamburg ist für mich die schönste Stadt der Welt, und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Aber ganz vielleicht musste ich mir in den Herbstferien eingestehen, dass es da eine Region in Deutschland gibt, die noch ein klitzekleines bisschen schöner ist als mein geliebter Norden: Berchtesgaden! Denn dieser kleine Winkel, ganz im Südosten Deutschlands, der sieht aus, als wäre er gemalt. Die Luft hier ist ein bisschen klarer und frischer als anderswo, die Berge ragen schroff in den Himmel, drumherum Täler voller saftig grüner Wiesen. Die vielen stillen Seen sind von einer magischen Farbe – mal türkisschimmernd, mal dunkelblau – und nirgendwo so sauber und klar wie hier. Und immer wieder dieses Licht…! Glaubt Ihr nicht? Vielleicht überzeugen Euch diese 10 Gründe, Euren nächsten Familienurlaub in Berchtesgaden zu verbringen.
1. Berchtesgadens schaurige Legende um das Watzmannmassiv
Erhaben und imposant thront er über dem Berchtesgadener Land inmitten der Berchtesgadener Alpen: der sagenumwobene König Watzmann. Mit einer Höhe von 2713 Metern und seiner markanten Form ist er seit jeher ein Anziehungspunkt für Bergsteiger. Die Überquerung der drei Hauptgipfel gilt als eine der anspuchsvollsten Bergtouren in Bayern – insgesamt 2100 Höhenmeter müssen überwunden werden. Die Ostwand ist mit 1800 Metern die höchste durchgehende Felswand der Ostalpen. Über 100 Alpinisten kamen hier bereits zu Tode – ein trauriger Rekord und gleichzeitig Erinnerung daran, dass der Mensch vielen Naturgewalten nicht gewachsen ist.
Kein Wunder, dass sich um den sogenannten „Schicksalsberg“ eine alte Legende rankt: früher herrschte hier ein grausamer König: Watzmann genannt. Er wilderte bei Tag und Nacht durch das Land, vernichtete die Ernte und versetzte die Menschen in Angst und Schrecken.
Als der König auf einer seiner Jagdzüge Frau, Kind und Hund eines friedlichen Hirten tötete und ihn danach verhöhnte und auslachte, bat der Hirte Gott möge einen Fluch auf den schrecklichen Watzmann legen.
Daraufhin erhob sich ein Donnern und Heulen, die Hunde des Königs fielen den Watzmann an und würgten ihn, seine Frau und seine Kinder nieder und stürzten sie die Berge herunter. Ihre Körper erwuchsen zu riesigen Bergen und so stellen die Gipfel des Gebirgsstocks der Sage nach die Familie des Watzmann dar. Der Watzmann selbst (die höchste Spitze), sowie der Kleine Watzmann – die Watzmannfrau – auf der gegenüberliegenden Seite rahmen die Watzmannkinder – die kleineren Gipfel – ein. Am Bergfuss die Becken zweier Seen – einer davon der weltberühmte Königssee, in den laut Geschichte – einst das Blut des Herrschers floss.
Allein von dieser Geschichte waren die Kinder so fasziniert, dass sie täglich ehrfürchtig nach dem wunderschönen Felsmassiv Ausschau hielten. Fürchten muss man sich vor einem fiesen König im Berchtesgadener Land heute allerdings nicht mehr. Im Gegenteil: Familienfreundlichkeit wird hier großgeschrieben.
2. Deutschlands einziger alpiner Nationalpark: eine Erlebniswanderung mit dem Ranger durch den Nationalpark Berchtesgadener Land
Wild, einsam und mit 250 km abwechslungsreichen Wanderwegen: wenn Ihr in Berchtesgaden seid, gehört ein Besuch in Deutschlands einzigem alpinen Nationalpark dazu.
Die Natur wird hier sich selbst überlassen, und so ist das Gebiet an der Grenze zu Österreich Heimat von zahlreichen Tiere, die in anderen Gegenden nicht vorkommen. Mit Glück und Geduld erspäht man Murmeltiere, Gämsen oder Steinböcke – das Glück hatten wir zwar nicht, dafür haben wir bei unserer zweistündigen Tour mit dem Nationalpark-Ranger durch das Klausbachtal jede Menge über Wölfe, Bären und Luchse gelernt.
Deutschlands große Beutegreifer haben leider immer noch einen schlechten Ruf – dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie ein Zusammenleben mit den Menschen gut funktionieren kann. Viele der Probleme sind nämlich menschengemacht.
Tipp: Alle vom Nationalpark Berchtesgaden angebotenen Wanderungen richten sich vor allem an Familien und sind kostenlos. Lediglich eine Anmeldung beim Nationalpark ist vorab erforderlich. Die Führung „Wolf, Bär, Luchs & Mensch“ ist bereits für Grundschulkinder super geeignet, denn es geht auf sehr einfachen Wanderwegen durch das Klausbachtal.
3. Auf der Suche nach dem weißen Gold: mit der Grubenbahn tief hinab ins Salzbergwerk Berchtesgaden
Wisst Ihr eigentlich, dass in Berchtesgaden Deutschlands ältestes noch aktives Salzbergwerk liegt? Das darf im Rahmen einer einstündigen Führung besichtigt werden und ist ein echtes Erlebnis für wirklich jedes Alter. Vor dem Besuch müsst Ihr in blaue Bergwerk-Overalls schlüpfen und dann geht´s auch schon los – mit der Grubenbahn 1,5 km tief unter die Erde.
Seit 1517 wird hier Salz abgebaut, aber wer jetzt denkt hier erfährt man nur trockenes Wissen über die Arbeit unter Tage – weit gefehlt! Zwei rasante Holzrutschen, farbenprächtige Salzkristalle, eine Fahrt über den glitzernden Salzsee und die Lasershow – all das macht den Kindern so viel Spaß, dass sie die vielen interessanten Informationen zur Salzgewinnung fast nebenbei abspeichern.
Übrigens: Unter Tage hat es konstant das ganze Jahre über ca. 12° Grad. Zieht Euch daher warm an und kommt rechtzeitig, denn Ihr müsst vorher noch die Overalls überziehen. Fotografieren ist im Salzbergwerk selbst nicht gestattet. Das Erinnerungsfoto von der Rutsche könnt Ihr aber im Anschluss an die Führung als schöne Erinnerung erwerben. Da ein Besuch des Salzbergwerks sehr beliebt ist, bucht am besten Eure Tickets vorab online. So könnt Ihr Euch auch sicher sein, dass Eure Führung zur gewünschten Uhrzeit stattfindet. Es gibt ausreichend Parkplätze auf dem Gelände, lasst überflüssiges Gepäck im Auto, denn ins Bergwerk dürft Ihr keine Taschen, Rucksäcke o.ä. mitnehmen.
4. Ein Bummel durch den Markt Berchtesgaden: historischer Ortskern vor grandioser Bergkulisse
Berchtesgaden liegt zu Füßen der überwältigenden Bergkulisse und ist defintiv einen Bummel wert. Die hübsche kleine Fußgängerzone, das prächtige „Hirschenhaus“ mit Fassadenmalereien und Fresken aus dem 17. Jahrhundert, der Marktplatz mit dem Marktbrunnen umrahmt von mittelalterlichen Burghäusern und darüber die Türme des Königlichen Schloss und der Stiftskirche St. Peter und St. Johannes – das alles ist einfach bildschön.
Wir sind nach einem kleinen Rundgang durch den Ortskern im „Gasthof Neuhaus“ eingekehrt und haben fantastisch gegessen. Der Service ist flink, kinderfreundlich und von der großen Sonnenterrasse habt Ihr einen tollen Blick auf das Bergpanorama.
5. Einmal das Echo auf dem Königssee hören
Wer in Berchtesgaden ist, der kommt an einem Besuch am weltberühmten Königssee wohl nicht vorbei. Mich hat im Vorfeld etwas abgeschreckt, dass der Königssee einer der Orte ist, die von Touristenmassen überlaufen ist. Zweifelsohne ist er aber einer der schönsten Seen in den bayrischen Alpen, also wollten wir ihn irgendwie auch sehen. Wir hatten scheinbar Glück, denn etwas später am Nachmittag war der Ort zwar gut besucht, aber nicht überrannt.
Wir steigen in eins der Elektroboote, die uns vom Hauptort Schönau hinüber nach St. Bartholomä bringt. Wie ein Fjord schmiegt sich der See zwischen die Berge Watzmann und Jenner. Das tiefe Wasser schimmert smaragdgrün.
In der Mitte des Sees stoppt das Boot plötzlich und wir werden Zeuge eines der schönsten Naturphänomene: der Kapitän holt seine Trompete heraus und spielt mitten auf dem Königssee eine kleine Melodie. Die Töne werden als Echo zurückgetragen – ein echter Gänsehautmoment.
Als es schließlich weitergeht kommt bald die Wallfahrtskapelle von St. Bartholomä in Sicht. Eindrucksvoll und postkartenidyllisch liegt sie am Ufer. Als wir aus dem Boot gestiegen sind überlegen wir, welchen Weg wir einschlagen sollen. Mit Blick auf die Uhr wissen wir: leider schaffen wir es nicht zum Obersee, der einen knappen Kilometer südlich über einen Wildbach mit dem Königssee verbunden ist. Mit Hin- und Rückweg sowie Aufenthalt am See würden wir das letzte Boot zurück verpassen. Keine so gute Idee mit Kindern :-). Also machen wir einen Spaziergang am See entlang und genießen die fantastische Aussicht, bevor es mit dem letzte Boot zurück nach Schönau geht.
6. Durch die vier Haupt-Lebensräume des Nationalparks Berchtesgaden im „Haus der Berge“
Der Nationalpark, mit all seinen Bewohnern und der ganzen Schönheit seiner Natur, wird im „Haus der Berge“ für Kinder und Erwachsene erlebbar gemacht. Wasser, Wald, Alm und Fels – in der interaktiven Ausstellung darf angefasst und ausprobiert werden.
Tierpräparate, Welse auf dem Grund des Königssees, mit den Taschenlampen in die Höhle und Vogelstimmen erkennen- ganz viele Fragen rund um die Bergwelt werden spielerisch beantwortet. Erst anschließend begreift man wirklich, welche kleinen und großen Wunder unsere heimische Natur bereithält.
Voll mit Eindrücken kehren wir anschließend im Museums-Restaurants Spiesbergers Alpenküche ein. Neben sehr guter lokaler Küche – der Kaiserschmarrn und die Kaspressknödel waren ein Traum- gibt´s hier auch die einzigartigen Watzmannpralinen.
7. Schlaft in den allergemütlichsten Unterkünften im Kulturhof Stanggaß
Wenn man es schon morgens beim Verlassen der Urlaubsunterkunft kaum erwarten kann abends, nach einem ganzen Tag in den Bergen, wieder dorthin zurück zu kehren, dann hat man sich höchstwahrscheinlich in einer der 34 schicken und urgemütlichen Zimmern des Kulturhof Stanggaß eingebucht.
Auf dem Gelände des Kulturhofs gibt es außerdem einen kleinen Spielplatz, einen Naturbadeteich und eine Sauna. Wer ein bisschen sucht, der findet sicher auch ganz schnell die große Schaukel, auf der ihr Euch fühlt, als würdet ihr gleich mit den Füßen die Berge berühren.
Morgens könnt Ihr Euch über ein sensationell gutes Frühstück freuen, bevor Ihr in einen aufregenden Tag startet. Und abends an den langen Holztischen im Biergarten den Abend mit einem Aperol Spritz oder einem kühlen Bier ausklingen lassen. Regelmäßig gibt es im Kulturhof Stanggaß außerdem Live-Musik, Kunstausstellungen, Lesungen und andere tolle Events.
Modernes und zeitgemäßes Design, ein Panoramablick auf den Watzmann, dazu ein nachhaltiges Konzept und ausgezeichnete regionale Küche: der Kulturhof Stanggaß gehört zu diesen ganz besonderen Hotelperlen, in die man immer wieder zurückkehren möchte und die jedem Urlaub das Sahnehäubchen aufsetzen.
8. Ein Panorama, dass Euch den Atem raubt: 1.834 Metern hinauf zum Kehlsteinhaus
Ich hab in den letzten Jahren einige wunderschöne Bergpanoramen bestaunen dürfen – dieses hier ist das wohl eindrucksvollste von allen. Und das aus zweierlei Gründen. 1. es ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend, wunderschön, grandios, spektakulär. 2. ist dieser Ort untrennbar mit einem sehr dunklen Kapitel deutscher Geschichte verbunden. Hier oben nämlich – auf 1.834 Metern – steht das Kehlsteinhaus, einziges Überbleibsel aus Hitlers ehemaligem „Führer-Sperrgebiet“ am Obersalzberg.
Wer das Kehlsteinhaus besichtigen möchte, der gelangt nur zu Fuß oder mit einem öffentlichen Bus (Linie 849 „Kehlsteinlinie“) über eine steile, wahrhaft abenteuerliche Straße dorthin. Für normalen Verkehr ist die Straße dauerhaft gesperrt. Ich sag Euch: Menschen mit Höhenangst wie ich, kriegen da schon mal einen kleinen Schweißausbruch – alle anderen können sich bereits auf der Fahrt nach oben über eine sagenhafte Aussicht freuen: der Bus überwindet nämlich auf den 6,5 Kilometern Strecke sagenhafte 770 Höhenmeter (mit nur einer einzigen Serpentine!) und fährt dabei auch noch durch fünf Tunnel.
Nach ca. 20 Minuten Fahrt kommt Ihr auf dem Busparkplatz an. Von hier geht es zu Fuß weiter durch einen 124 Meter langen Tunnel, der tief in den Berg hinein bis zu einem kleinen Vorraum führt. Hier wartet der goldene Aufzug auf Euch, in dem schon zu Zeiten des Nationalsozialismus Staatsgäste auf den Gipfel gebracht wurden. In den 1930er Jahren gebaut ist der Aufzug noch original erhalten.
Die Fahrt mit dem Aufzug dauert nur eine Minuten und endet direkt im Kehlsteinhaus – und sobald ihr auf die Terrasse des Hauses tretet liegt Euch Berchtesgaden zu Füßen. Es ist so schön, dass es mir fast die Tränen in die Augen treibt. Gleichzeitig ist es beklemmend und gruselig, stellt man sich vor, dass an diesem Ort, der so idyllisch und wunderschön ist, die schlimmsten Massenmorde und Greueltaten geplant wurden.
Tipp: Bucht Eure Busabfahrtszeiten UNBEDINGT im Voraus! Das Kehlsteinhaus gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Berchtesgadener Land und entsprechend gut besucht. Wir haben gleich morgens den ersten Bus nach oben genommen und mussten uns die Aussicht mit wenig anderen Menschen teilen.
9. Panoramablick deluxe Part 2: Mit der Jennerbahn zum allerschönsten Ausblick auf den Königssee
10. Nach Trollen suchen am Hintersee
Sonne gab´s am Tag unserer Hintersee-Umrundung nur ganz sporadisch. Aber der herbstlich-graue Himmel in Kombination mit all den großen moosbewachsenen Steinbrocken rund um und im See zauberte eine mystische Stimmung – hätte uns nicht gewundert, wenn uns ein kleiner Bergtroll begegnet wäre.
Der Hintersee bei Ramsau hat uns alle verzaubert: smaragdgrünes, glasklares Wasser, drumherum dunkle Wälder und das Bergpanorama – mehr geht nicht! Wir haben den Hintersee zu Fuß umrundet (ca. 2,5 Km), Ihr könnt aber auch mit dem Boot fahren.
Extratipp: für Nostalgiker und Eisenbahnfans: das Hans-Peter Porsche Traumwerk
Wenn der Name Porsche fällt, denkt sofort jeder an die berühmten Luxusautos. Entsprechend gespannt waren wir, was uns im Traumwerk erwartet. Ja, es gibt auch Autos zu sehen. Richtig schicke sogar.
Aber neben den edlen Karossen hat sich Hans-Peter Porsche hier im Traumwerk seinen Lebenstraum erfüllt: ein Erlebnismuseum, in dem er seine gigantische Blechspielzeug- und Modelleisenbahnsammlung ausstellt.
Das absolute Highlight für die Zwillis: eine Halle, in der eine riesige Modelleisenbahnlandschaft der deutsch-, österreichischen und Schweizer Alpen angelegt wurde. 190 Modellzüge der Deutschen Bahn, von ÖBB und SBB fahren auf einer gut 2,7 Kilometer langen Strecke in 17 Minuten durch einen Tageszyklus inklusive Sonnenauf- und -untergang, Gewitter und Sonnenschein. Obwohl wir in Hamburg mit dem Miniaturwunderland die größte Modelleisenbahnausstellung der Welt haben, ist das hier im Traumwerk durchaus beeindruckend.
Nehmt Euch viel Zeit, denn in den Landschaften gibt es zahlreiche liebevolle kleinen Details zu entdecken.
Zu sehen gibt es aber noch viel mehr: die vielen nostalgischen Blechspielzeuge, zu bestaunen in großen Schaukästen und eine große Wechselausstellung; aktuell zum Thema 60er-Jahre – ebenfalls sehr sehenswert!
Urlaub in Berchtesgaden mit Kindern: unser Fazit
Wir hatten im Vorfeld gehört, dass es schön ist im Berchtesgadener Land. Wie schön es tatsächlich ist, das hatten wir nicht erwartet. Wir werden ganz sicher wiederkommen – dann möchten wir durch die Wimbachklamm wandern, die Watzmann-Therme besuchen und einen der riesigen Windbeutel beim Windbeutelbaron verdrücken. Oh Berchtesgaden – you got us!
Habt Ihr noch Tipps, was wir in Berchtesgaden unbedingt noch sehen müssen?
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(*Pressereise* in Zusammenarbeit mit dem Berchtesgadener Land)

